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Die Unendlichkeit beginnt spätestens 1734

"Neben all dem beschäftigt ihn das Problem einer Kalenderreform, wobei er nach ausgiebigen Berechnungen zu dem Ergebnis kommt, die Auferstehung der Toten werde zwischen 1700 und 1734 stattfinden."

Nikolaus von Kues war ansonsten aber zuverlässiger. Anfang des 15. Jahrhunderts versuchte er sich schon an der Inifinitesimalrechnung, die erst Ende des 17. Jahrhunderts von Newton und Leibniz begründet wurde. Nikolaus strebte damit nach Erkenntnis über den unendlichen Gott. Daneben war er Anwalt, Kanoniker, Kirchenreformer, Kardinal, Bischof und Verweser des Vatikan. Ach, ja: mehr oder weniger gleichzeitig mit Lorenzo Valla wies er um 1440 nach, dass die Konstantinische Schenkung an Papst Sylvester I. eine Fälschung war.

Nachweis: Wilhelm Weischedel, Die philosophische Hintertreppe. 34 große Philosophen in Alltag und Denken, München: dtv, 261996, S. 107. (Original von 1966).

Eine mandschurische Welt

"Am Anfang standen Alpträume. Da sind Vermutungen schon ein grosser Fortschritt."

Falsch aus dem Gedächtnis zitierte Sätze von US-Major Ben Marco in Der Manchurian Kandidat. Ein böser Investmentfonds namens Manchurian Global hat ihm im ersten US-Golfkrieg einen Chip eingesetzt, mit dem er kontrolliert und koordiniert werden kann. Und nicht nur ihm, sondern auch einem Senatorensohn, den sie im Verbund mit seiner Mutter zum Vizepräsidentschaftskandidaten machen, um einen kapitalistischen Staatsstreich zu verüben. Dabei zuzusehen dauert allerdings zu lange (129 Minuten) und ist ziemlich früh ein ständiges Bestätigen vorheriger Vermutungen...

"Mit Der Manchurian Kandidat recycelt Demme erneut einen Klassiker der Filmgeschichte und kriegt es wieder nicht hin", meint cinema. Dass er sich vorher schon an einem Remake von Charade versucht hatte, war mir nichtmal zu Ohren gekommen.

In John Frankenheimers Original "Botschafter der Angst" jedenfalls haben nicht globale Kapitalisten, die den übersetzten Titel so unübersetzt erscheinen lassen, sondern die echte Mandschurei eine Rolle, da im Korea-Krieg US-Soldaten von Kommunisten "umprogrammiert" werden, was sowohl bedrohlicher als auch schlüssiger rüberkam. Inzwischen hat sich aber "das Böse entstaatlicht und bei einem multinationalen Grosskonzern sein Zuhause gefunden" (so Jürg Tschirren für cineman.ch). Im Gegensatz zur Bourne-Version von James Bond ist Demmes Film eine Übertragung von Kalten-Kriegs-Mustern in die Gegenwart, aber nichts wirklich neues. Der kulturelle Kontext hat in der Nachkriegszeit cineastische Paradigmen geformt, denen zu entkommen in Hollywood wohl nicht einfach ist.

Nachweis: Erinnerung an einen Kinobesuch am 13.11.2004 um 22.45 Uhr von Jonathan Demme (Regie)/Daniel Pyne und Dean Georgaris (Drehbuch nach dem Drehbuch von George Axelrod zu "Botschafter der Angst" von 1962 und einem Roman von Richard Condon), Der Mandschurian Kandidat (The Manchurian Candidate), USA: Clinica Estetico Ltd./Paramount Pictures, 2004.
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