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Unsterblichkeit zweiten Grades

"Zwar weiß ich genau, daß es Gelehrte gibt, die die heutigen Verhältnisse für nicht so bedeutend halten, daß sie glauben, alles Gegenwärtige verdiene Verachtung und müsse ohne jede Aufmerksamkeit schweigend übergangen werden; sie wollen vielmehr in ihrer Begeisterung für Vergangenes die berühmten Taten anderer irgendwie beschreiben und hoffen, so auch zu verhindern, daß ihr eigener Name wegen schriftstellerischer Untätigkeit von der Nachwelt vergessen wird."

Einhard am Beginn seiner Vita Karls des Großen. Er meint, Karl habe es durchaus verdient, dass man sein Leben schildere und er wisse, als vielfacher Empfänger von dessen Wohltaten besser als jeder andere darüber bescheid. Dennoch entschuldigt er sich, dass er sich als Barbar auf Latein versuche, an Cicero komme er sicher nicht ran (er orientiert sich mehr an Suetons Biografien). Die Übersetzung von Evelyn Scherabon Firchow liest sich aber ziemlich flüssig (hier gibts die englische Version von Samuel Epes Turner (1880) online).

Nachweis: Einhard, Vita Karoli Magni / Das Leben Karls des Großen, ed. E. Scherabon Firchow, Stuttgart: Philipp Reclam jun., 1968 (2000) (Universal-Bibliothek 1996), prolog. bzw. S. 5.
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