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Die armen Autobahnen...

"Der Nationalsozialismus, der sich als «Bewegung» von allen bisherigen Parteiungen abzusetzten versuchte, wollte sich mit der Autobahn ein Denkmal setzen, das zeitgenössisch denn auch mit fast allen großartigen Bau-Zeugnissen der Menschheitsgeschichte verglichen und in Millennien visioniert wurde. Ein Denkmal, das die «Volksgenossen» buchstäblich erfahren sollten. Entsprechend wurde die Autobahn mit Ansprüchen überfrachtet. Als sichtbarer Beweis für die Ganzheit der «Deutschen Technik» sollte sie die Versöhnbarkeit von Natur, Kultur und Technik demonstrieren und darüber hinaus die allseitige Verschmelzung zur «Volksgemeinschaft». Kaum etwas, das zu verbinden und auszugleichen ihr nicht programmatisch aufgegeben wurde: Bauern und Arbeiter, Ingenieure und Architekten, Mensch und Maschine, Arbeit und Freizeit, Tradition und Zukunft, die verschiedenen Gäue und Stämme, Stadt und Land und vor allem und immer wieder: Natur und Technik."

Die Berliner Avus (1921) und die heutige A555 zwischen Köln und Bonn (1932) wurden übrigens schon vor 1933 eröffnet.

Nachweis: Erhard Schütz, Der Volkswagen, in: Hagen Schulze und Etienne François (Hgg.), Deutsche Erinnerungsorte I, München: Beck, 22001, S. 352-369, hier: 356.
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