Zerrissenheit
"Die Norddeutschen (mit wenigen Ausnahmen) verachten und hassen die Südteutschen, glauben sich weit vor ihnen voraus, und werden nie den herzlichen, unbefangenen Sinn derselben zu fassen und zu schätzen wissen. Wenn es ihnen gelingt (wovor Gott sey) unsere üppige Lebensfülle mit ihrer nördlichen Kälte und Steifheit zu ersticken, so ist unser Vaterland unwiederbringlich zu Grund gerichtet."
Schreibt der bayerische Publizist, Historiker,
Bibliothekar und Jurist Johann Christoph von Aretin in seinem »Literarischen Handbuch für die baierische Geschichte« (1810). Hier und im sogenannten Akademiestreit von 1807 mit Friedrich Heinrich Jacobi konstitutiert dabei die Mainlinie als Kulturgrenze in Deutschland, an der sich Katholiken und Protestanten, Bayern und Nordlichter, etc. trennen. Er war Anhänger Napoleons und der Aufklärung, verweigerte sich aber einer europäischen oder deutschen Einbindung Bayerns. Die Mainlinie symbolische Scheidegrenze nord- und süddeutscher Mentaliät wurde später mit einer anderen "Grenze", die eigentlich längs der Donau verlief, dem Weißwurstäquator, verschmolzen. Den freilich konnte Aretin noch nicht konstituieren, da die Weißwurst, so Friedrich Prinz in seinem vergnüglichen Essay, diese "erst am 22. Februar 1857 zu München das Licht der Welt erblickte".
Nachweis: Johann Christoph von Aretin, Literarisches Handbuch für die baierische Geschichte und alle ihre Zweige, I. Theil, I. Heft, München 1810, zitiert nach: Friedrich Prinz, Der Weißwurstäquator, in: Hagen Schulze und Etienne François (Hgg.), Deutsche Erinnerungsorte I, München: Beck, 22001, S. 471-483, hier: 481; das Prinz-Zitat steht auf S. 483.
Schreibt der bayerische Publizist, Historiker,
Bibliothekar und Jurist Johann Christoph von Aretin in seinem »Literarischen Handbuch für die baierische Geschichte« (1810). Hier und im sogenannten Akademiestreit von 1807 mit Friedrich Heinrich Jacobi konstitutiert dabei die Mainlinie als Kulturgrenze in Deutschland, an der sich Katholiken und Protestanten, Bayern und Nordlichter, etc. trennen. Er war Anhänger Napoleons und der Aufklärung, verweigerte sich aber einer europäischen oder deutschen Einbindung Bayerns. Die Mainlinie symbolische Scheidegrenze nord- und süddeutscher Mentaliät wurde später mit einer anderen "Grenze", die eigentlich längs der Donau verlief, dem Weißwurstäquator, verschmolzen. Den freilich konnte Aretin noch nicht konstituieren, da die Weißwurst, so Friedrich Prinz in seinem vergnüglichen Essay, diese "erst am 22. Februar 1857 zu München das Licht der Welt erblickte".
Nachweis: Johann Christoph von Aretin, Literarisches Handbuch für die baierische Geschichte und alle ihre Zweige, I. Theil, I. Heft, München 1810, zitiert nach: Friedrich Prinz, Der Weißwurstäquator, in: Hagen Schulze und Etienne François (Hgg.), Deutsche Erinnerungsorte I, München: Beck, 22001, S. 471-483, hier: 481; das Prinz-Zitat steht auf S. 483.
chigliak - 2005-02-04 07:36
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