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einheitliches, geschlossenes Vorgehen

"Der schlesischen Leinenweberei, damals einer der größten Industrien der Welt, hatte England einen tödtlichen Stoß versetzt, indem es durch Einführung eines unerschwinglichen Ein- und Durchfuhrzolles die Versendung der preußischen Leinen auf englischen Schiffen unmöglich machte, während es gleichzeitig alle preußischen Schiffe kaperte und später sie wenigstens aus seinen Kolonien ausschloß. Nicht genug damit, erhöhte es auch in dem damals in seinen Besitz befindlichen holländischen Indien den Zoll für schlesische Gewebe auf 40%, und bedingte sich in Spanien und Portugal sowie deren überseeischen Besitzungen wichtige Privilegien für seine Erzeugnisse aus. Den Handel im Mittelmeer und nach Südamerika versperrte es den schutzlosen deutschen Schiffen mit Hilfe der seeräuberischen Barbareskenstaaten Nordafrika’s."

Die Kontinentalsperre und allerlei andere protektionistische Auswüchse der Kriege Napoleons und gegen ihn hatten alle Handelspartner Deutschlands, insbesondere England, Frankreich und die Niederlande zu Hochzollgebieten gemacht, in die deutsche Exporte kaum vordringen konnten. Die deutschen Territorien hingegen waren durch die napoleonische Neuordnung und ihre Folgen mit geringen Zöllen ausgestattet und sollten auf dem Wiener Kongress eine neue, möglichst gemeinsame Ordnung bekommen. Das zerschlug sich dann aber bald: Handelspolitik wurde in Wien ausgeklammert, im Deutschen Bund kam man nur zu sehr vorsichtigen Absichtserklärungen. Und so wurstelte jeder selbst vor sich hin.

Und weil keiner der deutschen Staaten eine nennenswerte Marine hatte, konnten auch deutsche Handelsschiffe kaum vor Seeräubern geschützt werden. England lehnte einen Schutz gegen die Korsaren der sog. Barbareskenstaaten (v.a. heutige Algerien, Tunesien, Libyen) ab, da es Handels- und Schifffahrtsverträge mit ihnen hatte. Schweden zeigte sich Preußen gegenüber zwar zu Schutzleistungen seiner Handelsmarine bereit, forderte aber finanzielle Zulagen. Insgesamt war Deutschland weit davon entfernt, sich für Exportweltmeisterschaften überhaupt nur zu qualifizieren. Und England war noch weiter davon entfernt, Freihändler par excellence zu sein.

Nachweis: Alfred Zimmermann, Geschichte der preußisch-deutschen Handelspolitik aktenmäßig dargestellt, Oldenburg - Leipzig: Schulzesche Hofbuchhandlung und Hof-Buchdruckerei A. Schwartz, 1892, S. 8.