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jetzt aber: Humankapital

"In einer entwickelten Volkswirtschaft ist Arbeit nicht »Arbeit in einem ursprünglichen Sinne«; vielmehr ist stets mehr oder weniger ausgebildete oder qualifizierte Arbeit gemeint. Bestände an Sachkapital entstehen durch Investitionen in Sachkapital, Bestände an ausgebildeter Arbeit durch Investitionen in »Humankapital« oder Bildungs- und Ausbildungsinvestitionen."

Ein bisschen zu spät, aber so ein Mikroökonomie-Lehrbuch liest sich halt etwas zäh... Humankapital ist wohl genau aufgrund solcher Definitionen zum Unwort des Jahres gewählt worden; es kann je nach Lesart implizieren, dass menschliche Ausbildung und Bildung nur dann "Kapital" und "nützlich" ist, wenn sie als Produktionsfaktor in einem Unternehmen eingesetzt wirtschaftliche Wertschöpfung erzeugt. Und genau weil die Wahl zum Mißverständnis verleiten könne, Humankapital sei unerwünscht, brandete dann eine Gegenkritikwelle auf. Im Prinzip eine Anekdote zum gegenseitigen Nichtverständnis von Sprach- und Wirtschaftswissenschaftlern, mehr nicht.

Die Begründung war übrigens: "Humankapital degradiert nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen." Sie ist zusammen mit einer Stellungname von Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser zur Auswahlkritik hier nachzulesen.

Und hier findet sich eine Begriffs- und Konzept-Erklärung von Gary S. Becker, dem Vater des Humankapitals (in The Concise Encyclopedia of Economics).

Nachweis: Jochen Schumann, Grundzüge der mikroökonomischen Theorie, Berlin - Heidelberg (u.a.): Springer, 61992, S. 380.