Was wird den nun?
"When two countries enter into a trade agreement and trade between them rises while trade between other partners falls, the tariffs that agreement countries have on third parties become more effective."
Das heisst: Schließen zwei Länder einen Handelsvertrag, der nur die jeweiligen bilateralen Zölle betrifft, den allgemeinen Zoll (für alle anderen Länder, auch in verschiedenen bereits durch andere Abkommen gesenkten Versionen) aber bestehen lässt, entsteht ein Präferenzdifferential, dass Handelsumlenkung induziert, da es die Zölle anderen Ländern gegenüber effektiv erhöht, ohne sie tatsächlich zu erhöhen. Wenn diese Politik betrieben wird, werden multilaterale Abkommen erstmal unwahrscheinlicher, weil diese die bilaterale Präferenzmarge jedes Paares von agreement countries senken würde. Die Folge kann ein Gewirr bilateraler Handelsabkommen sein, das Estevadeordal und Robertson im Fall Lateinamerikas als "Spaghettitopf" bezeichnen, und aus dem multilaterale Übereinkommen eher unwahrscheinlich werden. Was ein überzeugender Grund für die Stockungen im FTAA-Prozess sein könnte. In jedem Fall eines der spannendsten Paper, dass ich im letzten Jahr gelesen habe. Die wichtigsten Lehren stehen auch im hier zitierten Aufsatz.
Nachweis: Antoni Estevadeordal und Raymond Robertson, Asymmetric Tariffs and Multilateral Resistance, Working Paper, October 2004, Interamerikanische Entwicklungsbank und Macalester College, S. 8, hier online abrufbar (als PDF). Das theoretische Rahmengerüst stammt aus Pravin Krishna, »Regionalism and Multilateralism: A Political Economy Approach«, Quarterly Journal of Economics 113, 1 (1997), S. 227-251, und James E. Anderson und Eric van Wincoop: »Gravity with Gravitas: A Solution to the Border Puzzle«, American Economic Review 93, 1 (2003), S. 170-192.
Das heisst: Schließen zwei Länder einen Handelsvertrag, der nur die jeweiligen bilateralen Zölle betrifft, den allgemeinen Zoll (für alle anderen Länder, auch in verschiedenen bereits durch andere Abkommen gesenkten Versionen) aber bestehen lässt, entsteht ein Präferenzdifferential, dass Handelsumlenkung induziert, da es die Zölle anderen Ländern gegenüber effektiv erhöht, ohne sie tatsächlich zu erhöhen. Wenn diese Politik betrieben wird, werden multilaterale Abkommen erstmal unwahrscheinlicher, weil diese die bilaterale Präferenzmarge jedes Paares von agreement countries senken würde. Die Folge kann ein Gewirr bilateraler Handelsabkommen sein, das Estevadeordal und Robertson im Fall Lateinamerikas als "Spaghettitopf" bezeichnen, und aus dem multilaterale Übereinkommen eher unwahrscheinlich werden. Was ein überzeugender Grund für die Stockungen im FTAA-Prozess sein könnte. In jedem Fall eines der spannendsten Paper, dass ich im letzten Jahr gelesen habe. Die wichtigsten Lehren stehen auch im hier zitierten Aufsatz.
Nachweis: Antoni Estevadeordal und Raymond Robertson, Asymmetric Tariffs and Multilateral Resistance, Working Paper, October 2004, Interamerikanische Entwicklungsbank und Macalester College, S. 8, hier online abrufbar (als PDF). Das theoretische Rahmengerüst stammt aus Pravin Krishna, »Regionalism and Multilateralism: A Political Economy Approach«, Quarterly Journal of Economics 113, 1 (1997), S. 227-251, und James E. Anderson und Eric van Wincoop: »Gravity with Gravitas: A Solution to the Border Puzzle«, American Economic Review 93, 1 (2003), S. 170-192.
chigliak - 2005-07-03 21:01
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