Texasverein
"Als man endlich im Frühjahr 1845 soweit war, um aufbrechen zu können, kam die Kunde, daß soeben die Vereinigten Staaten die Annexion von Texas vollzogen hätten und daß in Folge dessen Unruhen mit Mexiko ausgebrochen seien. Mit der Idee, ein unabhängiges Neudeutschland zu schaffen, war es also nunmehr so wie so vorbei. – Mühselig zogen die Deutschen im März 1845 unter Solms Leitung durch das weglose Land. Es zeigte sich bald, daß die schwerfällige Karavane niemals das Hunderte von Meilen im Innern gelegene Fischersche Gebiet erreichen könne. Da entschloß sich der Prinz, auf eigne Faust ein am Gouadeloupe [sic!], etwa 10 Tagesreisen von der Küste gelegenes Landstück zu kaufen und dort die Kolonisten anzusiedeln."
Die Kolonisten waren vom sog. Texasverein, der eigentlich "Verein deutscher Fürsten und Edelleute zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas" hieß, dort hingebracht worden. Sie hatten eine ordentliche Summe gezahlt, um auf dem Grant eines deutschstämmigen Housteners namens Henry Francis Fischer, das 4 Millionen Acres groß war, Höfe anzusiedeln. Der Texasverein hatte dafür ohne jede Augenscheinname vermutlich 12.000 Gulden bezahlt und Fischer nochmals 10.000 Dollar für Transportmittel und landwirtschaftliche Geräte mitgegeben. Fischer zerstritt sich allerdings mit dem örtlichen Vertreter des Texasvereins, dem genannten Prinzen Karl zu Solms-Braunfels (1812-1875). Dieser wiederum war zuvor zusammen mit einem Herrn Bourgeois nach Texas gereist, um dessen Grant in Augenschein zu nehmen, der leider im Juli 1844 bereits vom amerikanischen Kongress wieder entzogen worden war. Letztlich schaffte Prinz Karl es nur, ein weiteres kleines Grundstück, das benannte am Guadeloupe, zu kaufen, und dort seinen mitziehenden Kolonisten, die bereits seit November 1844 in Galveston auf die Abreise gewartet hatten, statt großer Höfe kleine Parzellen für Häuser mit Gärten zuzuweisen: am 28. April 1845 gründete er das nach dem Sitz seiner Familie benannte Neu-Braunfels, blieb aber auch in dessen Verwaltung glücklos. So zumindest Zimmermann. Die weitere Geschichte ist hier skizziert.
Heute scheint es New Braunfels aber ganz ordentlich zu gehen. Immerhin wird das Wurstfest gefeiert, das nächste Mal vom 4. bis 13. November 2005.
Nachweis: Alfred Zimmermann, Geschichte der preußisch-deutschen Handelspolitik aktenmäßig dargestellt, Oldenburg – Leipzig: Schulzesche Hofbuchhandlung und Hof-Buchdruckerei A. Schwartz, 1892, S. 315 (312-316).
Die Kolonisten waren vom sog. Texasverein, der eigentlich "Verein deutscher Fürsten und Edelleute zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas" hieß, dort hingebracht worden. Sie hatten eine ordentliche Summe gezahlt, um auf dem Grant eines deutschstämmigen Housteners namens Henry Francis Fischer, das 4 Millionen Acres groß war, Höfe anzusiedeln. Der Texasverein hatte dafür ohne jede Augenscheinname vermutlich 12.000 Gulden bezahlt und Fischer nochmals 10.000 Dollar für Transportmittel und landwirtschaftliche Geräte mitgegeben. Fischer zerstritt sich allerdings mit dem örtlichen Vertreter des Texasvereins, dem genannten Prinzen Karl zu Solms-Braunfels (1812-1875). Dieser wiederum war zuvor zusammen mit einem Herrn Bourgeois nach Texas gereist, um dessen Grant in Augenschein zu nehmen, der leider im Juli 1844 bereits vom amerikanischen Kongress wieder entzogen worden war. Letztlich schaffte Prinz Karl es nur, ein weiteres kleines Grundstück, das benannte am Guadeloupe, zu kaufen, und dort seinen mitziehenden Kolonisten, die bereits seit November 1844 in Galveston auf die Abreise gewartet hatten, statt großer Höfe kleine Parzellen für Häuser mit Gärten zuzuweisen: am 28. April 1845 gründete er das nach dem Sitz seiner Familie benannte Neu-Braunfels, blieb aber auch in dessen Verwaltung glücklos. So zumindest Zimmermann. Die weitere Geschichte ist hier skizziert.
Heute scheint es New Braunfels aber ganz ordentlich zu gehen. Immerhin wird das Wurstfest gefeiert, das nächste Mal vom 4. bis 13. November 2005.
Nachweis: Alfred Zimmermann, Geschichte der preußisch-deutschen Handelspolitik aktenmäßig dargestellt, Oldenburg – Leipzig: Schulzesche Hofbuchhandlung und Hof-Buchdruckerei A. Schwartz, 1892, S. 315 (312-316).
chigliak - 2005-07-10 21:18
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