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Schreibt man so Architekturgeschichte?

"Antítesis plástica e ideológica de los regionalismos, el modernismo se apodera de Barcelona, desde donde irradia a toda Cataluña. [...] Necesitada de una estética propia, Barcelona se agarró con fervor al modernismo hasta hacer de su ensanche un auténtico museo al aire libre. Su carrera se hace vertinginosa a partir de 1905, cuando la burguesía catalana lo asuma como estilo »nacional« de institucionalizar Cataluña, tarea en la que colaborarán arquitectos del prestigio de Domenech, Puig i Cadafalch o Rubió, exagerando las diferencias culturales con el resto de España."

In jedem Fall haben García de Cortázar und González Vesga, die Autoren der kurzen Geschichte Spaniens auf 680 Seiten, etwas gegen jede Äußerung baskischer oder katalonischer Eigenständigkeit. Sie betonen an jeder Ecke, es seien Konstrukte des 19. und 20. Jahrhunderts, loben die Jahre, in denen die Regionalismen schwach waren und können sich selbst in der Kunstgeschichte, hier am Beispiel des Eixampel (span. ensanche) in Barcelona entsprechende Seitenhiebe nicht verkneifen. Man muss ihnen zwar zugestehen, dass das aufstrebende Bürgertum Barcelonas und die Wiederbelebung katalonischen Nationalismus miteinander zu tun haben, aber nicht notwendigerweise muss die gesamte Wirtschafts-, Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte immer unter das „Wenn Spanien einig war, war alles gut, wenn die Regionen auf Dezentralisierung oder Eigenständigkeit drängten, war das schlecht“-Motto des Buches unterordnen. Das lässt einen merkwürdigen Beigeschmack von Unterordnung der Geschichte unter tagespolitische Interessen: Als das Buch bzw. seine Neuauflage geschrieben wurde, hatten Convergència i Unió und die mir auch nicht besonders sympathische Baskische Nationalpartei (PNV) gerade eine starke Stellung, die sie ziemlich zugunsten ihrer Stammlande und ihrer Wählerschaft ausnutzten. Aber muss man deshalb mittelalterliche Basken für ihre Zusammenarbeit mit der spanischen Krone loben oder oben genannte Architekten für ihren Stil kritisieren?

Nachweis: Fernando García de Cortázar und José Manuel González Vesga, Breve Historia de España, Madrid: Alianza, 2000 (Alianza »Área de conocimiento: Humanidades«), S. 524f. (Originalauflage ebendort 1994).
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