Ironie der Geschichte?
"Pura paradoja, el torbellino desencadenado por los tecnócratas del Opus Dei ponía a la sociedad española en sontonía con una cultura del bienestar, abierta a la aceptación de los bienes terrenales y menos tentada por la esperanza sobrenatural. Por fin España se convertía en un país laico, con una ética civil centrada en el respeto de los derechos de la persona y una mayor tolerancia en el ámbito de las relaciones sexuales."
Ob letzteres bereits zur Franco-Zeit geschehen ist, kann ich nicht beurteilen. Aber die vielzitierten Technokraten des Opus Dei, die Franco seit 1957 in die Regierung holte, reformierten den Politikstil und die Außenbeziehungen des Landes, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Sie vertrauten OECD und IWF und hatten Glück damit. Das spanische Liberalisierungs- und Stabilisierungsprogramm von 1959 kam noch rechtzeitig, um am Goldenen Zeitalter des Kapitalismus teilzuhaben. Erreicht wurde steigender Wohlstand auch durch den überbordenden Tourismus, der seit den sechziger Jahren jede Menge "westlicher" geprägte Europäer nach Spanien brachten und damit auch den Lebensstil der entwickelteren Länder vor Augen führten. Die Industrialisierung Spaniens führte darüber hinaus zu umfassender Landflucht und Anwachsen städtischer Häuserblöcke. Einher mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel ging auch ein Wertewandel, der die Spanier in mancher Hinsicht entkatholisierte. Was natürlich für einen elitär-katholischen Priester- und Laienbund wie das Opus Dei nicht unbedingt das ursprüngliche Ziel der Politik gewesen sein mag. Aber sie bauten großen Einfluss auf und halfen dem Ende der Fünfziger wirtschaftlich bankrotten Franquismus noch bis zum Tode des Namensgebers zu überleben. Darüber wird aber leicht vergessen, dass Spanien auch in den Zwanziger Jahren und während der Zweiten Republik ein ähnlich weltliches Land mit einer weitgehend Europa zugewandten Kultur gewesen war, weshalb mancher spanische Historiker folgert, dass nicht das Handeln der Opus Dei-Funktionäre die Entwicklung bewirkte, sondern in erster Linie unterdrückte und verschüttete Entwicklungslinien den Weg zurück in die Geschichte fanden.
Nachweis: Fernando García de Cortázar und José Manuel González Vesga, Breve Historia de España, Madrid: Alianza, 2000 (Alianza »Área de conocimiento: Humanidades«), S. 617 (Originalauflage ebendort 1994).
Ob letzteres bereits zur Franco-Zeit geschehen ist, kann ich nicht beurteilen. Aber die vielzitierten Technokraten des Opus Dei, die Franco seit 1957 in die Regierung holte, reformierten den Politikstil und die Außenbeziehungen des Landes, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Sie vertrauten OECD und IWF und hatten Glück damit. Das spanische Liberalisierungs- und Stabilisierungsprogramm von 1959 kam noch rechtzeitig, um am Goldenen Zeitalter des Kapitalismus teilzuhaben. Erreicht wurde steigender Wohlstand auch durch den überbordenden Tourismus, der seit den sechziger Jahren jede Menge "westlicher" geprägte Europäer nach Spanien brachten und damit auch den Lebensstil der entwickelteren Länder vor Augen führten. Die Industrialisierung Spaniens führte darüber hinaus zu umfassender Landflucht und Anwachsen städtischer Häuserblöcke. Einher mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel ging auch ein Wertewandel, der die Spanier in mancher Hinsicht entkatholisierte. Was natürlich für einen elitär-katholischen Priester- und Laienbund wie das Opus Dei nicht unbedingt das ursprüngliche Ziel der Politik gewesen sein mag. Aber sie bauten großen Einfluss auf und halfen dem Ende der Fünfziger wirtschaftlich bankrotten Franquismus noch bis zum Tode des Namensgebers zu überleben. Darüber wird aber leicht vergessen, dass Spanien auch in den Zwanziger Jahren und während der Zweiten Republik ein ähnlich weltliches Land mit einer weitgehend Europa zugewandten Kultur gewesen war, weshalb mancher spanische Historiker folgert, dass nicht das Handeln der Opus Dei-Funktionäre die Entwicklung bewirkte, sondern in erster Linie unterdrückte und verschüttete Entwicklungslinien den Weg zurück in die Geschichte fanden.
Nachweis: Fernando García de Cortázar und José Manuel González Vesga, Breve Historia de España, Madrid: Alianza, 2000 (Alianza »Área de conocimiento: Humanidades«), S. 617 (Originalauflage ebendort 1994).
chigliak - 2005-09-14 22:46
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