Kosten und Nutzen der Barbarei
"Weil es zu wenige Wohnungen gab, erhielten die 11 518 Juden von Bratislava im Winter 1941/42 Aussiedlungsverfügungen. [...]
Für jeden deportierten Juden hatte die Slowakei eine Gebühr von 500 Reichsmark an das Reich zu entrichten, insgesamt 26,1 Millionen [für etwa 53.000 Juden, chglk.]. Verrechnet wurde der Betrag über das deutsch-slowakische Clearing, wodurch sich der Einkaufs- und Kreditspielraum deutscher Interessenten sofort erhöhte."
Die slowakische Regierung weigerte sich nach Interventionen später, weitere Juden zu deportieren, ist mit dem zitierten Götz Aly hinzuzufügen (bzw. dort im "[...]"-Teil enthalten). Allerdings bleibt davon unberührt, dass nebenbei durch die Enteignungen der Juden ein Teil der Besatzungskosten gedeckt werden konnte und so der Slowakei eine noch höhere Inflationsrate erspart blieb (Aly geht davon aus, dass rund 40 Prozent der mindestens sieben Milliarden Kronen, die Nazideutschland der verbündeten Slowakei abpresste, durch Arisierungserlöse kompensiert werden). Ein Glied in Alys Argumentationskette des deutschen Raubzugs nimmt so Gestalt an.
Nachweis: Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, Frankfurt am Main: S. Fischer, 2005, S. 256f.. Verweise auf Anm. 721 und 722 auf S. 405, die u.a. verweisen auf Ladislav Lipscher, Die Juden im slowakischen Staat 1939-1945, München - Wien: Oldenbourg, 1980 (= Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 35), S. 199.
Für jeden deportierten Juden hatte die Slowakei eine Gebühr von 500 Reichsmark an das Reich zu entrichten, insgesamt 26,1 Millionen [für etwa 53.000 Juden, chglk.]. Verrechnet wurde der Betrag über das deutsch-slowakische Clearing, wodurch sich der Einkaufs- und Kreditspielraum deutscher Interessenten sofort erhöhte."
Die slowakische Regierung weigerte sich nach Interventionen später, weitere Juden zu deportieren, ist mit dem zitierten Götz Aly hinzuzufügen (bzw. dort im "[...]"-Teil enthalten). Allerdings bleibt davon unberührt, dass nebenbei durch die Enteignungen der Juden ein Teil der Besatzungskosten gedeckt werden konnte und so der Slowakei eine noch höhere Inflationsrate erspart blieb (Aly geht davon aus, dass rund 40 Prozent der mindestens sieben Milliarden Kronen, die Nazideutschland der verbündeten Slowakei abpresste, durch Arisierungserlöse kompensiert werden). Ein Glied in Alys Argumentationskette des deutschen Raubzugs nimmt so Gestalt an.
Nachweis: Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, Frankfurt am Main: S. Fischer, 2005, S. 256f.. Verweise auf Anm. 721 und 722 auf S. 405, die u.a. verweisen auf Ladislav Lipscher, Die Juden im slowakischen Staat 1939-1945, München - Wien: Oldenbourg, 1980 (= Veröffentlichungen des Collegium Carolinum 35), S. 199.
chigliak - 2005-11-21 18:12
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