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Übergewicht im Norden

"Die Verteilung des Viehbestandes auf der Welt zeigte vor dem Ersten Weltkrieg ein klares Übergewicht der nördlichen Halbkugel, auf der um 1910 54% der Schafe, 86% der Rinder, 97% der Schweine, 87% der Pferde, 93% der Ziegen und 94% der Esel und Maultiere gehalten wurden, etwa die Hälfte aller Schweine und Pferde und ein knappes Drittel der Rinder und Schafe in Europa."

Nebenbei wuchs der Viehbesatz mit Rindern in Europa von 1865 bis 1890 schneller als die Bevölkerung, so dass man mehr Rindfleisch essen und mehr Milch trinken konnte. Und Butter aufs Brot. Später wurden dann Kühlschiffe erfunden und eingesetzt, so dass die argentinischen Pampas, der Wilde Westen und das australische Hinterland für weitere Rindfleischzufuhr sorgen konnten. Allerdings war irgendwann das Weideland alle und kurz vor dem Ersten Weltkrieg ist, so Hans Pohl, ein rückläufiger Rindfleischkonsum in Europa zu konstatieren. Übrigens war 1910 der wichtigste Schweineproduzent nicht das Oldenburger Münsterland, sondern China.

Nachweis: Hans Pohl: Aufbruch der Weltwirtschaft. Geschichte der Weltwirtschaft von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag, 1989 (= Wissenschaftliche Paperbacks 24 Sozial- und Wirtschaftsgeschichte), S. 105f. (mit weiteren Fakten auf den Folgeseiten).
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