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Dieser unnütze Fortschritt

"Oder der Geschwindigkeitswahnsinn! Wozu brauchte man die vielen neuen Straßen, die überall gebuddelt wurden, und die neuen Brücken? Wozu? War es von Vorteil, wenn man bis Lyon in einer Woche reisen konnte? Wem war daran gelegen? Wem nützte es? Oder über den Atlantik zu fahren, in einem Monat nach Amerika zu rasen - als wäre man nich jahrtausendelang sehr gut ohne diesen Kontinent ausgekommen."

Aussagen der Fortschrittskritikerkarikatur Giuseppe Baldini (nicht dieser hier) in Süskinds "Das Parfum", dem viertliebsten Buch der Deutschen (und sicherlich nun, da seinerseits verfilmt, weiter aufgestiegen - den Herrn der Ringe überholend). Baldini war ein Modernisierungsverlierer, da musste er ja dagegen sein und Zunftaußenseiter abweisen. Dass er sich der neuen Welt völlig anpasste, nachdem Grenouille durch den Dienstboteneingang in sein Kontor trat, steht auf einem anderen Blatt.


Nachweis: Patrick Süskind, Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders, Zürich: Diogenes, 2006 (Sonderausgabe, Original von 1985), S. 72f.
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