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23
Sep
2005

Fordismus

"Parallel zur Ausdehnung der Lohnarbeit wurde die Reproduktionssphäre immer stärker warenförmig strukturiert. Der Subsistenzbereich wurde zurückgedrängt – wenngleich noch lange nicht aufgehoben. Für die Reproduktion der Ware Arbeitskraft wurden industriell gefertigte Konsumgüter und marktförmig angebotene Dienstleistungen immer wichtiger. Lutz (1989) bezeichnet dies als »innere Landnahme«. Frauen wurde hauptsächlich die Rolle der Reproduktionsarbeit in der Kleinfamilie zugewiesen, wobei sie von einem männlichen Ernährer abhängig waren."

In Deutschland fällt der Fordismus in Reinform, soweit es ihn historisch je gab, mit der Zeit des Wirtschaftswunders zusammen. Demnach leben wir derzeit im Postfordismus, der vom Neoliberalismus (mancherorts gar vom Neokonservatismus) geprägt ist. Das Zitat steht allerdings da oben, weil ich immer schon irgendwo das Wort »Reproduktionssphäre« unterbringen wollte.

Nachweis: Ulrich Brand, Achim Brunnengräber, Lutz Schrader, Christian Stock und Peter Wahl, Global Governance. Alternative zur neoliberalen Globalisierung?, Münster: Westfälisches Dampfboot, 2000, S. 53. Vom Erstautor gibt es auch noch das zusammen mit Werner Raza herausgegebene "Fit für den Postfordismus?" von 2003, für diejenigen, die mehr wissen wollen.

Ach ja, Lutz (1989) bezieht sich auf Burkart Lutz, Der kurze Traum der immerwährenden Prosperität, Frankfurt: Campus, 21989.

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