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20
Okt
2005

Weit auseinander, damit die Nachwelt was davon hat

"Knipper und Čechov waren während ihrer kurzen Ehe nur selten verein (sie stan in St. Petersburg auf der Bühne, er fror sich in Jalta einen ab), und Malcolm scheint hier mit einem gewissen Bedauern anzudeuten, dass berühmte Männer und Frauen, die in konventionellen Beziehungen lebenm die Biographen wertvollen zukünftigen Quellenmaterials berauben, weil sie keine Veranlassung haben, einander zu schreiben."

Nick Hornby ist da weniger traurig. Er hat sich beim Lesen von Tschechows Briefen ziemlich gelangweilt und findet es darüber hinaus noch wenig amüsant, dass der große Dichter sich über die Pinkelgeräusche seiner Frau ausließ. Er verlangt gar aufgrund dieser Erfahrung und den süßen Kosenamen der Tschechows nach einem Gesetz, das festlegt, dass berühmte Paare mindestens 365 Tage im Jahr zusammen verbringen müssen, damit der Nachwelt ihre Privatkorrespondenz mangels Existenz vorenthalten bleibe.

Nachweis: Nick Hornby, Mein Leben als Leser, Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2005 (= KiWi 896), S. 147. Das Buch von Janet Malcolm (Reading Chekhov) und eine Diogenes-Ausgabe von Tschechows Briefen ist oben jeweils amazon-verlinkt.

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