Heroen sind out, Konzepte dominieren
"Eine fast schon groteske Pointe fand dieser Blick vom Feldherrenhügel in der späteren, feuilletonistischen Vereinnahmung Netzers als Versprechen auf einen besseren Fußball und damit eine bessere, weil freiere Gesellschaft. Während Netzers Pässe etwas für den Feuilletonisten Helmut Böttiger »den Geist der Utopie atmeten«, konnte der Betrachter unschwer erkennen, dass sie ihre Basis in einem ausgeprägten Ich-da-oben-ihr-da-unten-Denken hatten."
Gemeint ist und kritisch beleuchtet wird die urdeutsche Fußballersehnsucht nach dem »Spielmacher« und die als Denkfolie fungierende feste Positions- und Aufgabenzuordnung auf dem Fußballplatz. Netzer und Beckenbauer sind die Herren, Heroen und Götter des Spiels, Katsche Schwarzenbeck und Herbert Wimmer die Helfer, Untergebenen und »Wasserträger«. Und die »utopischen Pässe« eines Günter Netzer und seine Art Fußball zu spielen, funktioniert tatsächlich heute nicht mehr, nachdem sich das Spiel - auf höchster Ebene, nicht unbedingt in der Kreisliga C - »demokratisiert« hat. Heute darf auch ein Innenverteidiger das Spiel aufbauen, die meisten Außenverteidiger müssen es sogar. Und alle Offensivkräfte müssen sich in der Defensive an ein Konzept halten und mitarbeiten. So - sehr grob vereinfacht - funktioniert moderner Fußball. Konnte man bei Jürgen Klopp im ZDF lernen oder systematisch im oben zitierten Buch von Christoph Biermann und Ulrich Fuchs.
Nachweis: Christoph Biermann und Ulrich Fuchs: Der Ball ist rund, damit das Spiel die Richtung ändern kann. Wie moderner Fußball funktioniert, Köln: KiWi, 52006, S. 120f. (1. Auflage von 1999).
Gemeint ist und kritisch beleuchtet wird die urdeutsche Fußballersehnsucht nach dem »Spielmacher« und die als Denkfolie fungierende feste Positions- und Aufgabenzuordnung auf dem Fußballplatz. Netzer und Beckenbauer sind die Herren, Heroen und Götter des Spiels, Katsche Schwarzenbeck und Herbert Wimmer die Helfer, Untergebenen und »Wasserträger«. Und die »utopischen Pässe« eines Günter Netzer und seine Art Fußball zu spielen, funktioniert tatsächlich heute nicht mehr, nachdem sich das Spiel - auf höchster Ebene, nicht unbedingt in der Kreisliga C - »demokratisiert« hat. Heute darf auch ein Innenverteidiger das Spiel aufbauen, die meisten Außenverteidiger müssen es sogar. Und alle Offensivkräfte müssen sich in der Defensive an ein Konzept halten und mitarbeiten. So - sehr grob vereinfacht - funktioniert moderner Fußball. Konnte man bei Jürgen Klopp im ZDF lernen oder systematisch im oben zitierten Buch von Christoph Biermann und Ulrich Fuchs.
Nachweis: Christoph Biermann und Ulrich Fuchs: Der Ball ist rund, damit das Spiel die Richtung ändern kann. Wie moderner Fußball funktioniert, Köln: KiWi, 52006, S. 120f. (1. Auflage von 1999).
chigliak - 2006-09-25 23:23
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