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9
Okt
2004

Konsumfreude

"Allerdings ist es übertrieben, wenn eifernde Zeitgenossen meinen, die deutsche Nation werde durch ihre Genußsucht verarmen."

Bodo von Borries (nicht der Miterfinder des Elektronenmikroskops, sondern heute Professor für Geschichtsdidaktik der Uni Hamburg) spricht hier vom Anteil der Kolonial-Nahrungsmittelimporte (Kaffee, Tabak, Früchte), die am Import des deutschen Zollvereins zwischen 1836 und 1856 mit schwankend fallender Tendenz 20,2 bis 14,7 Prozent (nach v. Borries' Berechnungen) ausmachten, am Export jedoch nur 0,9 bis 1,8%.

Deutschland hatte eine durch hohe Zölle lebensfähig erhaltene Tabakproduktion, z.B. in Wittlich. Von Borries (S. 202): "Die inländische Produktion betrug 1854/56 566.000 Zentner gegen 426.000 Zentner Einfuhr und 151.000 Ausfuhr. Die Einfuhr machte drei Viertel der selbsterzeugten Menge aus, der Wert war natürlich viel größer."

Nachweis: Bodo von Borries, Deutschlands Außenhandel 1836 bis 1856. Eine statistische Untersuchung zur Frühindustrialisierung, Stuttgart: Gustav Fischer, 1970 (= Forschungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 13), S. 96.

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