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29
Okt
2004

Die Welt verstehen heisst Fußball verstehen

"So unmöglich es scheinen mag, diese totale soziale Tatsache von außen diskursiv auch nur einigermaßen in den Griff zu kriegen, so muß eine Gesellschaft, die sich ihrer eigenen Wurzeln bewußt bleiben möchte, den Zweikampf mit dem Phänomen Fußball immerhin suchen."

Das "totale soziale Phänomen" bzw. die "veritable Gesamtkultur" Fußball, die Dirk Schümer im Feuilleton der faz als würdigen akademischen Untersuchungsgegenstand ausbreitet, ist auch von offizieller Seite erkannt worden.

In Nürnberg wurde heute von Innenminister Schily und Ministerpräsident Stoiber die "Deutsche Akademie für Fußball-Kultur" ins Leben gerufen, der auch der kicker und das Goethe-Institut beistehen. Ab Anfang 2005 soll dann das "einzigartige Kompetenzzentrum für Fußball-Themen in Deutschland" (Hoffnung der Träger) dafür sorgen, dass der kulturellen Verankerung des Fußballs in unserem Lande auch akademisch und künstlerisch stärker Rechnung getragen wird.

Bleibt zu hoffen, dass der 30-Mio.-Euro-Kulturetat der WM 2006 hilft, neben den Klaus Theweleits den einen oder anderen deutschen Eduardo Galeano zu Tage fördern.

Nachweis: Dirk Schümer, »Fußball-Akademie: Die Kultur des Kickens«, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.10.2004; online abgerufen hier am 29.10.2004 um 22:30 Uhr.

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