Die erste dänische Industrie-AG
"Bezeichnend in dieser Beziehung ist die obengenannte Maschinen-Flachsspinnerei, indem man damit anfing, Maschinen wie Arbeitskräfte aus England zu verschreiben. Man machte sie so groß auf, daß sie ein Fünffaches an Flachs verarbeiten sollte als bisher eingeführt worden war, das natürlich nur Absatz finden konnte, wenn die Produktion der Fabrik schnell das heimgesponnene Garn zu verdrängen vermochte. Eine solche Entwicklung vollzieht sich jedoch nicht von einem Jahr aufs andere, und zudem konnte die Fabrik nicht den Flachs benutzen, der im Lande gebaut wurde, da er durchgehends schlecht behandelt wurde, weil er nur in der Heimarbeit Verwendung fand. Außerdem war die Fabrik im wesentlichen auf die Herstellung feinerer Garne eingestellt, obgleich der Schutzzoll als Gewichtszoll am größten für die groben war. Die Folge war, daß die Fabrik keinen Absatz für ihre Erzeugnisse auf normalem Wege fand, sondern zu ihrer Verauktionierung schreiten musste."
Die Fabrik wurde in den 1840er Jahren gegründet, als man allgemein der Ansicht war, die Industrialisierung sei nichts für Dänemark. Es gab überall noch Zünfte (mit Absatz"monopolen" in den Städten) und gleichzeitig eine Art Hausindustrie im Verlagswesen (z.B. StrümpfestrickerInnen in Jütland), was natürlich noch zusätzlich den Absatz dieser Superfabrik beeinträchtigte. Infolge solcher recht kurzlebiger Gründungen blieben jedenfalls bis in die 1870er Industrieaktiengesellschaften im Königreich Mangelwaren; die AG wurde zur Unternehmensform für Banken und Eisenbahngesellschaften.
Es gibt Leute, die behaupten Dänemark sei noch heute kein Industrieland, und nie eins gewesen...
Nachweis: Axel Nielsen, Dänische Wirtschaftsgeschichte, Jena: Gustav Fischer, 1930, S. 471.
Die Fabrik wurde in den 1840er Jahren gegründet, als man allgemein der Ansicht war, die Industrialisierung sei nichts für Dänemark. Es gab überall noch Zünfte (mit Absatz"monopolen" in den Städten) und gleichzeitig eine Art Hausindustrie im Verlagswesen (z.B. StrümpfestrickerInnen in Jütland), was natürlich noch zusätzlich den Absatz dieser Superfabrik beeinträchtigte. Infolge solcher recht kurzlebiger Gründungen blieben jedenfalls bis in die 1870er Industrieaktiengesellschaften im Königreich Mangelwaren; die AG wurde zur Unternehmensform für Banken und Eisenbahngesellschaften.
Es gibt Leute, die behaupten Dänemark sei noch heute kein Industrieland, und nie eins gewesen...
Nachweis: Axel Nielsen, Dänische Wirtschaftsgeschichte, Jena: Gustav Fischer, 1930, S. 471.
chigliak - 2009-02-16 09:41
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