Was ist nur aus der UdSSR geworden?
"Die Pessimisten sehen eine Atommacht, die von politischer und sozialer Instabilität bedroht ist. Die Optimisten (!) sehen ein halb autoritäres Regime, das die innere Ordnung gewährleistet, aber um den Preis des Verlustes demokratischer Freiheiten."
Stiglitz (2002) über Russland. Er erklärt, dass auch hier der IWF und andere Finanzinstitutionen einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet hätten, da sie die rasche Privatisierung der Wirtschaft gefordert und unterstützt hätten, bevor marktwirtschaftliche Institutionen (Eigentumsordnungen, Gerichte, Bankwesen, Arbeitsmärkte, etc.) geschaffen worden seien. Zudem sei die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Restrukturierung für eine erfolgreiche postkommunistische Transition völlig verkannt worden. Durch das Verscherbeln von Staatsunternehmen an alte Parteikader, sozialistische Betriebsleiter und Freunde des Präsidenten sei zudem viel Sozialkapital zerstört worden, da das Ergebnis Milliardengeschenke an die sich formierende Oligarchie gewesen sei bei gleichzeitiger Unfähigkeit des Staates, Rentnern eine Mindestrente von umgerechnet 15 Dollar pro Monat zu zahlen. Die Überschuldung Rußlands sei auch auf immer neue Kredite des IWF zur Stützung des überbewerteten Rubel bei gleichzeitiger Kapitalflucht aus den privatisierten Staatsunternehmen und der grassierenden Korruption zurückzuführen. Ergebnis: Im Jahr 2000 betrug das BIP Rußlands 63,9% desjenigen von 1989, in der Ukraine 33,5% und in Moldawien 31,8%.
Nachweis: Joseph Stiglitz, Die Schatten der Globalisierung, deutsch v. Thorsten Schmidt, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung (= Schriftenreihe der bpb 388/Lizenzausgabe), 2002, S. 159, 180.
Stiglitz (2002) über Russland. Er erklärt, dass auch hier der IWF und andere Finanzinstitutionen einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet hätten, da sie die rasche Privatisierung der Wirtschaft gefordert und unterstützt hätten, bevor marktwirtschaftliche Institutionen (Eigentumsordnungen, Gerichte, Bankwesen, Arbeitsmärkte, etc.) geschaffen worden seien. Zudem sei die Notwendigkeit der gesellschaftlichen Restrukturierung für eine erfolgreiche postkommunistische Transition völlig verkannt worden. Durch das Verscherbeln von Staatsunternehmen an alte Parteikader, sozialistische Betriebsleiter und Freunde des Präsidenten sei zudem viel Sozialkapital zerstört worden, da das Ergebnis Milliardengeschenke an die sich formierende Oligarchie gewesen sei bei gleichzeitiger Unfähigkeit des Staates, Rentnern eine Mindestrente von umgerechnet 15 Dollar pro Monat zu zahlen. Die Überschuldung Rußlands sei auch auf immer neue Kredite des IWF zur Stützung des überbewerteten Rubel bei gleichzeitiger Kapitalflucht aus den privatisierten Staatsunternehmen und der grassierenden Korruption zurückzuführen. Ergebnis: Im Jahr 2000 betrug das BIP Rußlands 63,9% desjenigen von 1989, in der Ukraine 33,5% und in Moldawien 31,8%.
Nachweis: Joseph Stiglitz, Die Schatten der Globalisierung, deutsch v. Thorsten Schmidt, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung (= Schriftenreihe der bpb 388/Lizenzausgabe), 2002, S. 159, 180.
chigliak - 2005-06-12 20:13
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