Chaqu'un à sa façon
"»I wish you had ordinary clothes on«, he [=Bateman Hunter, chglk.] said, somewhat irritably. »It's such a tremendously serious decision you're taking. That fantastic costume of yours makes it seem terribly casual.«
»I assure you, I can be just as solemn in a pareo and a wreath of roses, as in a high hat and a cut-away throat.«"
Ein Pareo ist ein rechteckiges Stück Stoff, das als Rock gefaltet getragen werden kann oder alternativ mehr oder weniger den ganzen Körper bedeckt (nähere Ausführungen hier). Ihn trägt Edward Barnard in William Somerset Maughams Geschichte über seinen Niedergang. Dieser besteht darin, dass Barnards Vater durch ein Unglück ruiniert wurde und Edward nun auf eigene Faust ein gemachter Mann werden muss, um seine Verlobte, die zur Oberschicht von Chicago gehört, heiraten zu können. Er nimmt ein Angebot an, in ein Handelshaus in Tahiti einzutreten und im Kokosnuss- und Ölhandel sein Geld zu verdienen. Und merkt bald, dass es mehr als nur Arbeit, Ruhm und gesellschafliche Ereignisse gibt. Seine Braut macht sich Sorgen und schickt einen Freund (Bateman Hunter), der sowieso in die Südsee muss, bei Barnard vorbei. Als der zurückkommt, ist er geschockt: Barnard hat die amerikanische Lebensweise, Aufstiegs- und Elitedenken abgelegt und lebt ein bescheidenes, aber selten glückliches Leben als Verkäufer bei einem Baumwollhändler. Er hat unzivilisatorische Bräuche angenommen (wie den Pareo) und sieht keinerlei Veranlassung, in die Mühlen von Chicago zurückzukehren. So wie Bateman vor Edwards Lebensweise schaudert, fühlt sich Bateman von der Rückkehr in die "Zivilisation" abgestoßen. Er empfiehlt seinem Freund gar, seine Braut daheim zu heiraten, da er sowieso immer der bessere Mensch gewesen sei und sie ebenso geliebt habe wie er. Bateman reist verwirrt und mit Bedauern für seinen Freund nach Amerika zurück. Und er tut, wie ihm geraten, mit größter Aufrichtigkeit.
Weitergehende Deutungen finden sich hier, wobei ich glaube, dass jemand, der für $ 7.99 einen Storyguide kaufen muss, um eine Geschichte von 28 Seiten Länge zu verstehen, es vielleicht mit etwas anderem versuchen sollte... Ach ja, verfilmt worden ist die Geschichte auch, aber wohl beinahe unbemerkt.
Nachweis: William Somerset Maugham, »The Fall of Edward Barnard«, in ders.: Collected Short Stories. Vol. 1, Harmondsworth, Middlesex: Penguin Books, 1963 (6. Nachdruck 1969; =Penguin Books 1871), S. 46-74, hier: S. 71.
»I assure you, I can be just as solemn in a pareo and a wreath of roses, as in a high hat and a cut-away throat.«"
Ein Pareo ist ein rechteckiges Stück Stoff, das als Rock gefaltet getragen werden kann oder alternativ mehr oder weniger den ganzen Körper bedeckt (nähere Ausführungen hier). Ihn trägt Edward Barnard in William Somerset Maughams Geschichte über seinen Niedergang. Dieser besteht darin, dass Barnards Vater durch ein Unglück ruiniert wurde und Edward nun auf eigene Faust ein gemachter Mann werden muss, um seine Verlobte, die zur Oberschicht von Chicago gehört, heiraten zu können. Er nimmt ein Angebot an, in ein Handelshaus in Tahiti einzutreten und im Kokosnuss- und Ölhandel sein Geld zu verdienen. Und merkt bald, dass es mehr als nur Arbeit, Ruhm und gesellschafliche Ereignisse gibt. Seine Braut macht sich Sorgen und schickt einen Freund (Bateman Hunter), der sowieso in die Südsee muss, bei Barnard vorbei. Als der zurückkommt, ist er geschockt: Barnard hat die amerikanische Lebensweise, Aufstiegs- und Elitedenken abgelegt und lebt ein bescheidenes, aber selten glückliches Leben als Verkäufer bei einem Baumwollhändler. Er hat unzivilisatorische Bräuche angenommen (wie den Pareo) und sieht keinerlei Veranlassung, in die Mühlen von Chicago zurückzukehren. So wie Bateman vor Edwards Lebensweise schaudert, fühlt sich Bateman von der Rückkehr in die "Zivilisation" abgestoßen. Er empfiehlt seinem Freund gar, seine Braut daheim zu heiraten, da er sowieso immer der bessere Mensch gewesen sei und sie ebenso geliebt habe wie er. Bateman reist verwirrt und mit Bedauern für seinen Freund nach Amerika zurück. Und er tut, wie ihm geraten, mit größter Aufrichtigkeit.
Weitergehende Deutungen finden sich hier, wobei ich glaube, dass jemand, der für $ 7.99 einen Storyguide kaufen muss, um eine Geschichte von 28 Seiten Länge zu verstehen, es vielleicht mit etwas anderem versuchen sollte... Ach ja, verfilmt worden ist die Geschichte auch, aber wohl beinahe unbemerkt.
Nachweis: William Somerset Maugham, »The Fall of Edward Barnard«, in ders.: Collected Short Stories. Vol. 1, Harmondsworth, Middlesex: Penguin Books, 1963 (6. Nachdruck 1969; =Penguin Books 1871), S. 46-74, hier: S. 71.
chigliak - 2005-07-17 13:44
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Kossatsch - 2005-07-25 20:34
Achtung Klugscheiß-Modus
Es heißt Chacun a sa façon!
chigliak - 2005-07-26 19:12
Ah!
Ich kenne mich mit Französisch, besonders mit älterem (Ludwig XIV., Friedrich der Große oder so) nicht so aus, aber google gibt mir rund 200 Treffer für meine Schreibweise, von denen nur einer selbstreferentiell ist. Der Fehler scheint also weiter verbreitet zu sein. In jedem Fall fehlte ein "`" auf dem "a".




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