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centro y periferia

Es gibt kein (immer weniger) Bier (Wein) auf Bali

"Los hoteles y restaurantes de la isla de Bali, principal destino turístico de Indonesia, sufren una grave escasez de bebidas alcohólicas por un problema de importación, justo cuando la temporada turística se halla en su punto más alto. Los proveedores se han quedado sin existencias, sobre todo de vinos, después de que la Policía suspendiera las actividades de la agencia gubernamental encargada de importar bebidas para la restauración, la Indonesian Trading Company (ITC), por supuestas "irregularidades" en sus actividades."

Ich glaube, es ist die Indonesia Trading Company (wie verlinkt), da die Indonesian Trading Company ein Großhändler für balinesisches Kunsthandwerk ist. Offenbar hatte die staatliche Handelsagentur außerstaatlich sehr viel mehr importiert als offiziell, weshalb sie gerade restruktuiert wird. Die neuen Negativschlagzeilen treffen ein Touristenziel, das sich gerade von Terroranschlägen in 2002 und 2005 erholt.

Außerdem landeten kürzlich alle indonesischen Fluggesellschaften auf der Schwarzen Liste der EU-Kommission (wobei aber keine Europa tatsächlich anflog).

Nachweis: EFE, »Bali se queda sin alcohol«, El País online vom 14. August 2007 (9:23h).

Kommunismus - oder was dafür gehalten wird

"- ¿Y tú, Juan de Dios, sabes de eso? ... Porque yo quiero saber -explicaba, mientras el centinela observaba con curiosidad crítica al grupo juvenil de traviesos- por qué el gobierno dice que nosotros somos comunistas. ¿Será porque hemos querido defender lo que era nuestro?
[...]
- Hazme el favor ¿entiendes? de no fregarme con tus latas a estas horas ¿entiendes? [...]
- Ustedes son mayores que yo, y deben de saberlo. Mi padre todo lo que me ha dicho es que se trata de una cosa de los gringos que quieren quitarles a los otros lo que tienen demás, para darles a lo que no tienen. Pero si fuera así... nosotros no éramos comunistas, porque lo que hicimos fue reclamar lo que nos robaron. ¿O será comunismo eso de no dejarse robar los ejidos por los ladrones?
- [...] Lo único que sé, Juan Majadero, es que se trata de una cosa que se hace cuando se tiene hambre.
- Entonces, -glosó una voz- yo en este momento estoy comunista."


Die Einwohner von Yangana haben einen Hacendado ermordet, der gestützt auf erkauften Eigentumstitel die Almenden (ejidos) eingezäunt hatte, was ihre Viehzucht fast unmöglich machte und ihre Lebensgrundlage gefährdete.

Und nebenbei hat einer der ihren auch den Hauptmann mit der Machete niedergemetzelt und ein anderer auf den ehemaligen Almenden Feuer gelegt. Ein besoffener Langzeitstudent, der zufällig da war, ist mit roter Flagge durchs Dorf gelaufen.

Die Überlebenden, die anderen beiden Hacendados und der Dorfpfarrer, sind in die Provinzhauptstadt gelangt, wo die Tat aus dem abgelegenen Dorf schnell zu nationaler Bedrohung und kommunistischer Insurrektion wurde. Das Dorf ist vor der drohenden militärischen Repression geflohen, weiter in den Urwald hinein, weiter weg von der "Zivilisation", die für sie Ausbeutung und Erniedrigung brachte.

Eine tragische Geschichte, von Angel F. Rojas realistisch geschildert, klug montiert, mit leiser Ironie allen Beteiligten gegenüber geschildert und dadurch vom ideologischen Klassenkampf auf die Ebene alltäglichen Überlebenskampfes und dörflichen Lebens heruntergeholt. Hervorragend, Schullektüre in Ecuador, aber außerhalb des Landes wohl völlig unbekannt. Zu unrecht natürlich.

Nachweis: Angel F. Rojas, El éxodo de Yangana, Quito: Libresa, (siebter Nachdruck der Ausgabe von) 1989 (= Colección Antares 4; Original: Buenos Aires 1949), S. 92.

Das letzte Glied der Kette

"Y los comerciantes gruesistas de Guayaquil les echan prosa a los comerciantes de nuestra ciudad, en la misma forma en que ellos me la echan a mí. Y los comerciantes de acá los toman en serio y se achican. Yo por eso creo que son brutos. No saben, pero yo sí lo sé, que esos comerciantes de Guayaquil deben plata a los gruesistas más gruesistas del exterior, y que si los vendedores de afuera que les fían dejaran de hacerlo, los comerciantes de Guayaquil se arruinarían."

Weiss Don Baltasar Zárate, der Händler von Yangana, Hauptbindeglied zwischen jenem Dorf an der Grenze zum ecuadorianischen Amazonastiefland und der Provinzhauptstadt Loja, und über sie mit dem Handelszentrum Guayaquil und der Welt. Wie er selbst weiss und was ihm insofern nichts ausmacht, als er weiss, dass alle anderen in der Kette auch von anderen abhängen. Sein einziger Fehler ist - laut Rojas - seine Schwäche für alle deutschen Produkte, besonders Solinger Messer.

Das Werk von Angel Felicísimo Rojas ist das beste Buch, das ich dieses Jahr bisher gelesen habe (erst zu zwei Dritteln durch). Es enthält drei Teile: Die Beschreibung aller wichtigen Bewohner des Dorfes Yangana, das nach militärisch-polizeilicher Repression "auswandert", der Bericht eines amerikanischen Anthropologen über das Dorf (der sich in die örtliche Schwarzbrennerin verliebt hatte) und das eigentliche Geschehen nach dem Auszug. Obwohl tragisch, ist es mit viel Ironie und sehr glaubwürdig geschrieben. Yangana gibt es wirklich, leider weiss ich über die Geschichte des realen Dorfes zu wenig...


Nachweis: Angel F. Rojas, El éxodo de Yangana, Quito: Libresa, (siebter Nachdruck der Ausgabe von) 1989 (Original: Buenos Aires 1949), S. 92.

Gott schuf die Welt, die Holländer schufen Holland

"Die Holländer ziehen es vor, jemanden mit Intelligenz und Schönheit zu schlagen als mit Power"

Zitiert Klaus Theweleit David Winner und wäre offenbar selbst gern Holländer. Deshalb wohnt er wohl in Freiburg. Jedenfalls ist er ein Gegner des Netzer-Feldherrenfußballs und ein Anhänger des moderneren, wohl bei Ajax entwickelten raumorientierten Verschiebesystems (auch Konzeptfußball genannt). Und stimmt Winner darin (eingeschränkt) zu, dass das "holländische System" zivilisiert, und das deutsche militärisch sei. Und scheut sich nicht, auch die Analogie zur Gesellschaft der beiden Nachbarländer zu ziehen.

Nachweis: David Winner, Brilliant Orange, the Neurotic Genius of Dutch Football, zitiert nach Klaus Theweleit, Tor zur Welt. Fußball als Realitätsmodell, Köln: KiWi, 2004, S. 92.

Alle sollen es wissen, überall

"Das haben wir gelernt, nachdem wir entkommen waren, dann von dort fuhren wir mit Manuel Quito auf einem Lastwagen, der Papayas geladen hatte, nach Cuenca, und wir gingen von Haus zu Haus, von Sender zu Sender, und erzählten alles, unsere ganze Wahrheit, die sich verbreitete wie das Blut der Kirchengemeinde. Andere gelangten nach San Antonio, nach Pacho Negro, nach Boca de los Sapos, nach Juncal, nach Ingapirca, nach Chontamarca, nach Tambo oder Gualleturo."

Eine scheinbar endlose Aufzählung scheinbar unbedeutender ecuadorianischer Dörfer, zu denen Cuenca, die drittgrößte Stadt des Landes, nicht gehört. Zuckerrohrarbeiter, deren Streik bei Ausrufung vom Militär mit einem Massaker (1922) niedergeschlagen wurde, verstreuen sich in alle Winde, um von ihrem Schmerz und ihren Traumata zu berichten. Sie kommen auch nach Ingapirca, wo ein von den Kañari gebauter Festungs- und Kultkomplex liegt, heute die bedeutendste präkolumbische archäologische Fundstätte Ecuadors, und nach Boca de los Sapos (dt. Mündung der Frösche), das heute "El Triunfo" heisst; der Überlieferung nach, weil José María Velasco Ibarra in einer seiner Präsidentschaftswahlkampagnen mit "Die Frösche mit Velasco Ibarra" akklamiert wurde und das unwürdig fand, während "El Triunfo con Velasco Ibarra" viel besser klingt. In der Provinz Guayas gibt es übrigens noch eine weitere Kleinstadt mit stolzem Namen: "El Progreso".

Nachweis: Raúl Pérez Torres: Era martes, digo, acaso me olvido / Es war Dienstag - falls ich es vergessen sollte, in: Erna Brandenberger (Hg.): Cuentos hispanoamericanos: Ecuador / Erzählungen aus Spanisch Amerika: Ecuador, München: dtv, 31999, S. 94-111, hier: 106 (spanisch) bzw. 107 (deutsch).

Aracataca bleibt Aracataca

"Macondo significa »banana« en un dialecto africano y era el nombre de una hacienda bananera de la United Fruit Company que García Márquez, llamado cariñosamente »Gabo«, recorría en su niñez, de acuerdo con los habitantes de la región."

Die Einwohner von Aracataca, der Geburtsstadt von Gabriel García Márquez, haben am Wochenende abgelehnt, Macondo in den Namen ihrer Stadt aufzunehmen. Die gesetzlich notwenige Zahl von Ja-Stimmen kam bei einem Referendum in der kolumbianischen 56.000-Einwohner-Stadt nicht zustande. Aracataca behält seinen angestammten Namen und Macondo bleibt fiktiv.

Nachweis: Reuters, »Macondo seguirá siendo un pueblo imaginario de Colombia«, zitiert nach El Universo, 25. Juni 2006, 19:43 Uhr (Ortszeit Guayaquil), nachzulesen unter dieser Adresse.

Urlaubsschmuggler

"Wie sich der von Hitler angeordnete Verzicht auf jede Kontrolle etwa an der deutsch-dänischen Grenze auswirkte, beschrieben die Beamten der Zollfahndungsstelle Kiel mit aller Eindringlichkeit, nachdem der Befehl Keitels ergangen war: »Es kann nicht zweifelhaft sein, dass die unter der Tarnung 'Kameradengepäck' durch Wehrmachtsangehörige in das deutsche Wirtschaftsgebiet eingeführten Waren in erster Linie gewerbsmäßig im Schleichhandel zu außerordentlich überhöhten Preisen verkauft werden.«"

Was hier beschrieben ist, ist Teil der von Götz Aly aufgedeckten persönlichen Bereicherung tausender von Wehrmachtssoldaten, die in den besetzten Gebieten massenhaft aus Deutschland eingeführtes Geld umtauschen und in Warenkäufe umsetzen konnte. Der Befehl Keitels (nach Aly vom 16.8.1942, zu finden im Landesarchiv Berlin A Rep. 9/105 Bl. 116) geht auf die Forderung Hitlers in einem Tischgespräch vom 17. Juli 1942 zurück, wo er fordert, urlaubende Wehrmachtssoldaten zu Lebensmittelimporteuren zu machen, um im Reich für zusätzliches Angebot zu sorgen. Dabei sollten Zollkontrollen nicht stören. Aly verweist in diesem Zusammenhang auch immer wieder exemplarisch auf die Briefe Bölls über seine Einkäufe in Frankreich, Belgien und der Ukraine.

Nachweis: Götz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, Frankfurt am Main: S. Fischer, 2005, S. 127, mit Verweis auf Anm. 353 auf S. 388. Diese verweist auf ZFS Kiel, TB, 1.8.1942-31.1.1943, BA R 2/56104, Bl. 53.

Dasselbe Barcelona, nur anders

"Los suburbios que atravesábamos, y que yo desconocía, me deprimieron hondamente. Junto a la vía, y hasta donde alcanzaba la vista, se apiñaban las barracas sin luz, en una tierra grisácea, polvorienta y carente de vegetación. Circulaban por entre las barracas hileras de inmigrantes, venidos a Barcelona de todos los puntos del país. No habían logrado entrar en la ciudad: trabajaban en el cinturón fabril y moraban en las landas, en las antesalas de la prosperidad que las atrajo."

Javier Miranda, Haupterzähler von Mendozas Wahrheit über den Fall Savolta lernt auf einer Zugfahrt nach L'Hospitalet de Llobregat die andere Seite des sich industrialisierenden Barcelona der Jahrhundertwende bzw. hier des ausgehenden ersten Weltkriegs kennen. Er ist auf dem Weg zur Savolta-Fabrik, wo sein Freund, der Arbeiterjournalist Domingo Pajarito de Soto, einen internen Bericht über die Zustände in der Fabrik vorstellt. Dabei regt sich dieser auf, beschimpft Besitzer und Manager und ist am Tag darauf tot. Miranda, Laufbursche eines erfolglosen Anwalts, versucht daraufhin herauszufinden, wie er zu Tode kam.

Das Buch ist fein konstruiert, aus Zeitschriftenartikeln, Gerichtsprotokollen und dem Erinnerungsfluss Mirandas. Eduardo Mendoza ist nicht umsonst einer der renommiertesten spanischen Schriftsteller und der Fall Savolta eines der Hauptwerke des Spätfranquismus.

Nachweis: Eduardo Mendoza, La verdad sobre el caso Savolta, Barcelona: Seix Barral, 2001 (29. Neuauflage in der »Biblioteca del Bolsillo«, Original: Seix Barral, 1975), S. 77f.

Jahreszeiten

"Ecuador, Peru und Bolivien liegen in der Tropenzone. Daraus ergeben sich, obwohl das südliche Bolivien bereits zu den äußeren Tropen gehört (alle übrigen Gebiete zählen zu den inneren Tropen), wesentliche Gemeinsamkeiten: sehr geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen, aber etwas größere Unterschiede zwischen Tag- und Nachttemperatur (Tag und Nacht sind übrigens annähernd gleich lang); Festlegung der Jahreszeiten nach Regen- und Trockenzeiten und nicht wie in Europa (und überhaupt in den gemäßigten Zonen), nach hoen und niedrigen Temperaturen (die Regenzeit wird daher, obwohl sie die wärmste Jahreszeit ist, mit Invierno = Winter bezeichnet, die Trockenzeit mit Verano = Sommer, obwohl sie die kühlste Jahreszeit ist); Regenzeit generell während der europäischen Wintermonate, Trockenzeit während der europäischen Sommermonate (nur im peruanischen Küstenstreifen ist es umgekehrt)."

In Guayaquil ist gerade Sommer, in Quito neigt sich dieser hingegen schon dem Ende zu, was sich in nachmittäglichen Regenschauern zeigt. So kommt es, dass einerseits die Schulhalbjahre an der ecuadorianischen Küste anders sind als im Andenhochland (Sierra), wo gerade ein neues Schuljahr beginnt, von der neuen Erziehungsministerin festgelegt mit Schulstunden ab 8 statt bisher 7 Uhr morgens und ohne Hausarbeiten bis zum Ende der primaria. Allerdings ist Ministerin Dr. Consuelo Yánez Cossío seitdem schon wieder zurückgerudert; auf der Homepage des Erziehungsministeriums wird publiziert, dass nach Acuerdo 254 vom 24. August 2005 die Schule nach Befragung von Schüler-, Lehrer- und Elternrat sowie Direktorium selbst entscheiden kann, ob sie um 7 oder 8 Uhr anfangen will. Was mal wieder eine sehr ecuadorianische "Lösung" ist.

Das ich das mitbekommen habe, hat dieselben Gründe wie die recht lange Ausenz von Neuerungen hier: Urlaub bei der Liebsten.

Nachweis: Wilhelm Voss-Gerling, Polyglott-Reiseführer Ecuador - Bolivien - Peru, München: Polyglott, 51979/80 (= Polyglott-Reiseführer 814), S. 7.

Weltsprache

"»You funny me? I funny you!«, warnen junge Malaysier ihre Kumpel und benutzen ein Adjektiv einfach als doppeldeutiges Verb: »Du machst mich an? Ich werd's dir zeigen!«"

Amüsanter Artikel im Spiegel über die Eigendynamik des Englischen beim Eindringen in die Kulturen der Welt bzw. dem Durchdrungenwerden von diesen.

Nachweis: Rüdiger Falksohn, »Globalisierung: You funny me«, in Spiegel, 25. Juli 2005; abgerufen auf Spiegel online unter dieser Adresse am 24.7.2005 gegen 0.35 Uhr.
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