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Rückseiten-Casting

"Auf der Grundlage von Informationen in der Tabelle den Handel auf dem Markt Wert 1874/79 und die Mengen der einzelnen Produkte sind die durchschnittlichen Preise berechnet. Diese Preise werden als die Ebene, auf der Rückseite-Casting der Werte in jeweiligen Preisen. Als Ausdruck der Preisentwicklung in der Zeit handelt es sich hauptsächlich verwendete Material Preis ab Tabelle 15, ergänzt mit Preisen bis zum Jahr 1876/79, zusammen mit einigen zusätzlichen Preis-Serie sind vor allem mit Maklern Priscourant Quelle."

Das ist die Google Translate-Übersetzung folgender Passage aus Svend Aage Hansen Werk über das dänische Wirtschaftswachstum 1914-1983. Es handelt sich um einen Teil der Anmerkungen zur Ermittlung der Werte, die für Dänemarks Außenhandel vor 1875 angegeben sind.

"På grundlag af oplysninger i handelstabelværkerne 1874-79 om handelsværdien og mængderne for de enkelte varepositioner er der udregnet gennemsnitspriser. Disse priser er benyttet som niveau ved tilbageregning af værdierne i løbende priser. Som udtryk for prisbevægelserne i den betragtede periode er hovedsagelig anvendt prismaterialet fra tabel 15, suppleret med priser før årene 1876-79, samt med en del yderligere prisserier beregnet hovedsagelig med Mæglernes Priscourant som kilde."

Eigentlich sehr gelungen, aber die Rückwärtsextrapolation mit Rückseiten-Casting zu übersetzen, ist super. (Google übersetzt offenbar mit Umweg über das englische, wo die Passage lauten würde:)

"Based on information in the trading table works on the 1874-79 market value and quantities of individual product items are calculated average prices. These prices are used as the level at the back-casting of the values in current prices. As an expression of price movements during the period under consideration is mainly used material price from Table 15, supplemented with prices before the year 1876-79, together with some additional price series are designed mainly with brokers Priscourant source."

Nachweis: Svend Aage Hansen, Økonomisk vækst i Danmark. Bind II: 1914-1983, København: Akademisk Forlag, 3. udgave 1984 (= Københavns Universiteit / Institut for Økonomisk Historie, Publikation nr. 6), 358 (Tabelkomentarer Tabel 11 og 12).

Das Echte und die Öde

"Pitigilli indes hat für alle geschrieben, die einfach wissen, daß »die Lebe tragischer als der Tod« und »das Leben eine Farce« ist, keine großen Einsichten, gewiß; aber in einer Zeit, in der die großen Einsichten so verbraucht sind wie das Zeitungspapier von gestern und so fragwürdig wie die Theorien über eine bessere Welt, lassen sich mit seinen Büchern angenehme Stunden verbringen, hier, im Zentrum der Müllverwertung, auf der Kippe, wo die Leere und der Überdruß tödlichere Injektionen sind als alles, was der Staat verbietet, wo aber der Literatur noch erlaubt bleibt, was man dem Leben abgewöhnen möchte: das leise lächelnde Nein."

Jörg Fauser schimpft auf die Langeweile der frühen Achtziger und lobt Pitigrillis Roman Kokain. Und nebenbei zieht er noch über Kritikerlöwen her, die in Pseudo-Szene-Slang ihn einen Drogendichter nennen, allen voran Oswald Wiener.

Nachweis: Jörg Fauser, »Das leise lächelnde Nein«, in: ders.: Das leise lächelnde Nein und andere Texte. (Werkausgabe.) Ergänzungsband, hg. von Carl Weissner, Hamburg: Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, 1994, S. 55-62, hier: 62 (Original in tip 9/1980).

Michael Ende mochte kein SM

"Es posible que a un hombre normal le resulte dificil comprender que haya personas que encuentren placer en ejercer ete tipo de coacción. Pero siempre ha habido, y sigue habiendo en nuestros días, algunos que no retroceden ante nada con tal de conseguir y mantener semejante poder, y no sólo entre los magos y las brujas."

Tatsächlich geht es wohl um machtgeile Manager und ähnliches. Wenn ich seine Bücher nach Jahrzehnten wiederlese, stelle ich fest, dass er eine ganzschön altbacken antikapitalistische Moral in seinen phantasievollen Werken zu Markte trägt. Ist aber mitunter verzeihlich. Lustig aber trotzdem der Name seines spanischen Verlages angesichts dieser Worte.

Nachweis: Michael Ende, El ponche de los deseos, Traducción del alemán: Jesús Larriba y Marinella Terzi, Madrid: Ediciones SM, 91999 (1. Auflage 1989), S. 140.

Gegen den Strom (naja)

"Ich hasse einen Journalismus, der versucht, immer auf der Seite der Sieger zu stehen, auch dann, wenn es sich um sympathische Sieger handelt."

Ich auch. Obwohl auch da nichts tolles dran ist...

Nachweis: Harald Martenstein, »Achtung, das Klima ist gut«, Tagesspiegel vom 10. November 2006, Titelseite.

weg.

"Siempre, siempre te alejas en las tardes
hacia donde el crepúsculo corre borrando estatuas."


von Candy Cane bei flickr

Nachweis: Pablo Neruda, »Poema 10«, ders.: Veinte poemas de amor y una canción desesperada. Prólogo de Jorge Edwards, Madrid: Alianza, 1999 (Alianza. Area de conocimiento: »Literatura«; Original: 1942), S. 68.

Die Welt zuhause

"Eigentlich habe ich mich auf diese Arbeitswoche besonders gefreut, weil für die heutige Ausgabe erstmals eine international tätige Nachrichtenagentur brandaktuelle Nachrichten aus aller Welt liefern sollte. Bei der ersten Meldung aus dem »Ticker« kam jedoch gleich Frust auf - die Nachrichten bezogen sich auf...Lastrup!"

Lokaljournalisten, besonders bei Gratisblättern sind nicht zu beneiden. Der Geflügelfleischskandal vor der Haustür, aber selbst keine Zeit zum recherchieren. Stattdessen also die fremdeingekaufte AFP-Meldung auf der Titelseite...

Nachweis: Bernd Götting, Editorial, in: SonnTag. Lokales - Sport - Produkttests nach dem Motto »Wir von hier« (für die Städte Cloppenburg, Friesoythe und Löningen sowie die Gemeinden....), 1. Jg., Nr. 8, 6. November 2005, S. 2.

Mendoza zum letzten

"Yo le hablé claro: vivíamos en la cuerda foja, en un mundo de fieras, no podíamos confiar en nuestras fuerzas para sobrevivir. [...] La seguridad, María Coral, la seguridad lo era todo."

Ich weiss jetzt, wer Savolta erschossen hat (es war übrigens der, den ich im Verdacht hatte), aber am Ende hat es mich nicht mehr so furchtbar interessiert. La verdad sobre el caso Savolta ist ein unterhaltsames Buch, es hat so viele Anleihen an Trivialliteratur, dass man am Ende kaum noch weiss, wo es sich davon unterscheidet. Ein Krimi, in dem der geniale und hartnäckige Kommissar nur eine Nebenfigur und die Hauptfigur der Schlüssel zu allem ist, ohne es zu wissen, am Ende nicht mehr furchtbar spannend und zunehmend unrealistisch-happyendig. Aber er gilt als hohe Literatur. Das man ihn gelesen haben müsste, möchte ich nicht behaupten (im Gegensatz zum Literaturprofessor, der ihn vor mittlerweile fünf Jahren in meinem Spanischkurs in Saragossa empfohlen hat). Aber geschadet hat's mir auch nicht.

Nachweis: Eduardo Mendoza, La verdad sobre el caso Savolta, Barcelona: Seix Barral, 2001 (29. Neuauflage in der »Biblioteca del Bolsillo«, Original: Seix Barral, 1975), S. 366.

Ein Jahr und John McEnroe

"Ich bin dermaßen schlecht, dass Sie sich das nicht mitansehen sollten. Alle raus hier!"

Soll John McEnroe irgendwann im Thatcherismus in Wimbledon gerufen haben. Wie ich aus mindestens dritter Hand erfuhr (s.u.). Könnte auch manchmal auch ein Motto für dieses Blog sein, das nicht mehr ist als ein Karteikasten, den man aber im Netz besser durchsuchen kann... Schon erschreckend, wie wenig Bücher ich im letzten Jahr gelesen habe (abgesehen von den tausenden von Seiten an Aufsätzen und Dissertationen).

Nachweis: John McEnroe, zitiert nach Nick Hornby, Mein Leben als Leser, Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2005 (= KiWi 896), S. 25. Hornby wiederum (und mit ihm McEnroe) wurde übersetzt von Clara Drechsler. Das Zitat hat Hornby aus Tim Adams, On Being John McEnroe, u.a. London: Yellow Jersey Press, 2003.

Wer ist Deutschland?

"Die Medienkampagne »Du bist Deutschland«, die derzeit mit unerhörtem Materialeinsatz durch Zeitungen und Fernsehen dampft, versucht das Publikum mit einem Optimismus einzuräuchern, als sei der Sozialismus wiederauferstanden, der den Menschen den real existierenden Mangel als Weg des Fortschritts zu verkaufen trachtete."

(Feuilleton-)Journalisten scheinen Werber nicht sonderlich zu mögen. Ich halte die Idee, über eine Imagekampagne die Stimmung im Lande zu heben für amerikanisch und für eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, wie Jens Jessen in der Zeit sehr schön sarkastisch herausgearbeitet hat.

Vielleicht wirkt die Kampagne ja wirklich. Sie würde auch die Auftragslage der Werbeagenturen bessern, damit aus Praktikanten Volontäre und aus Volontären Juniorberater und aus Juniorberatern etc. werden. Dann würde auch bei vielen jungen Menschen Anspruch und Wirklichkeit übereinstimmen und das Klagen über lange Arbeitszeiten und schlechte Bezahlung dem Klagen über lange Arbeitszeiten weichen. Ich jedenfalls fühle mich nicht wie Deutschland, wenn ich die Werbung sehe. Mehr dazu bei flickr...

Nachweis: Jens Jessen, »Du bist Werbeagentur. Die Deutschlandkampagne«, in: Die Zeit Nr. 41 vom 6. Oktober 2005, S. 49 (Feuilleton). Online hier.

Namen und Bedeutungen

"El estado de desenfreno era tan desenfrenado, que el obispo más honrado se llamaba Ladrón de Guevara. Y el seglar menos chismoso, Villalengua. Y el más pacífico, Mateo Mata."

Francisco Febres Cordero ist in etwa der bekannteste Journalist Ecuadors. In erster Linie ist er bekannt dafür, dass er für "El Universo" in Guayaquil Kolumnen schreibt, in der er in ironischer, manchmal sarkastischer Weise das öffentliche Leben des Landes kommentiert und insbesondere unsinnige, korrupte, inkohärende Handlungen und Äußerungen führender Politiker offenlegt. Wenn man seine Kolumnen oder seine Bücher liest, bekommt man ein Gespür dafür, wie absurd das Land ist, in dem er lebt, oder zumindest dasjenige, das er erlebt. "Hijos del suelo" ist eine Sammlung dreiseitiger "Porträts" von Staatsmännern von Atahualpa bis Lucio Gutiérrez. Desöfteren ist Febres Cordero eine Pointe wichtiger als ein akurates Porträt, was auf zwei Arten gerechtfertigt ist: 1. die Pointen sind gut, 2. Präsidenten wie Juan de Dios Martínez Mera brauchen auch kein akurates Porträt und die Aneinanderreihung derartiger Präsidenten in den 30er, 40er, 50er, 60er Jahren (und die ständige Wiederkehr José María Velasco Ibarras) erfordert besondere Behandlung. Also: Auch wenn das Buch außerhalb der größeren Städte Ecuadors kaum zu kaufen sein wird: Es ist zu empfehlen, allerdings sollte man sein Ecuadorbild nicht ausschließlich daraus konstruieren.
In obigem Zitat geht es übrigens um die Klagen über die Verweltlichung des Klerus zur Kolonialzeit, allerdings auf Febres Cordero-Art, wie man sieht.

Nachweis: Francisco Febres Cordero, »La relajación del clero«, in: (ders.), Los hijos del suelo, Quito: Planeta del Ecuador, 2005, S. 33.
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